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2022...and it goes on and on and on

Kleiner Flashback

Leute, Leute, Leute...was erleben wir nur eine Zeit? Das zweite Jahr Pandemie liegt hinter uns und wir starten gerade ins dritte Lebensjahr. Wobei Lebensjahr vielleicht dann doch nicht der richtige Begriff ist. Ein Leben ist das aktuell glaub ich für niemanden, es ist eher ein immer weiter und weiter anhaltender nervender Zustand.

Die Nerven liegen blank, man lebt so in den Tag hinein, erledigt alles was erledigt werden muss und geht so wie ein Zombie durch den Alltag. Ein wenig erinnert es mich an meine Kindheit, aber jetzt nicht falsch verstehen. Meine Kindheit war genial, aber ich bin mit der Ehrfurcht vor dem großen Chemiekonzern meiner Heimatstadt groß geworden. Dieser prankte am Stadtrand den Rhein entlang und jeder der mit der Schule fertig war, wurde von ihm verschluckt. So fühlte es sich als Kind zumindest an. Fast alle Eltern meiner Freunde arbeiteten dort und wenn man in der Stufe 11 sein Praktikum machen sollte, dann hatte dieser Konzern immer einige Plätze freigehalten für die, die sich nicht selbst um einen Platz bemüht haben. Entlang des Rheins zog sich das Gelände mit Stahl und Beton und rauchenden Kaminen. Jeder der verschluckt wurde, bekam eine Stempelkarte und gab an der Drehtüre seine Seele ab. Hinter den Toren existierte eine eigene Welt, mit eigener Buslinie, eigenen Restaurants, eigene Fahrräder...und eben Menschen die wie ferngesteuert ihrer Arbeit nachgehen mit absoluter Verschwiegenheit nach draußen. Das einzige was ab und an nach draußen drang war, wenn es durch ausgetretene Stoffe oder Gase Gefahr für die Stadt gab. Dann wurde mit Werksautos oder der Polizei durch die Straßen gefahren und die Anwohner gewarnt. Im Radio kamen Durchsagen, das man alle Fenster und Türen verschließen sollte und vorerst nicht unnötig das Haus verlassen.

 

Im Hier und Jetzt

So habe ich das als Kind empfunden und so fühle ich mich ein wenig zurückversetzt. Ich fühle mich von Covid- 19 verschluckt und in einen solchen seelenlosen Menschen verwandelt. Es ist nicht mehr dieser riesige Komplex der am Stadtrand auf mich wartet, sondern es ist eine unsichtbare Macht die da über uns schwebt und sich die Menschen unwillkürlich raussucht. Es geht nicht mehr um besondere Achtsamkeit, sich verstecken. Der #stayathome ist schon lange überholt. Der Alltag läuft mittlerweile wieder, aber so gefühlt im Standgas oder? Ich selber fühle mich ein wenig, als würde ich von außen auf mein Leben gucken. ich sitze im Off und höre mich ganz oft schreien..."Mensch jetzt geh doch ins Schlafzimmer und mach die Wäsche" oder "Hey geht's noch? Lass den Kaffee jetzt und nimm den Staubsauger in die Hand" 

Die Aufgaben im Haushalt sind immer die gleichen geblieben, aber ich habe viel weniger Antrieb. Es sitzt ganz tief in meinem Kopf fest...ach und wofür? Besuch empfangen wir gerade eh nicht groß, das Wetter ist Mist, nebenan ist weiterhin Großbaustelle...alles ist einfach so sinnlos. Warum? Wofür? Für wen?

 

 

Kuddelmuddel im Alltag

Gute Fragen oder? Aaaalso...der Alltag ist momentan echt hart, das geht uns glaub ich allen so. wenn ich jemanden frage: "Und wie geht's dir? Wie läuft es bei euch?", dann kam früher meist die Antwort "Ja alles gut, danke. und bei euch?" Meist war diese Antwort nicht der Wahrheit entsprechend, aber man konnte sie akzeptieren. Frage ich das heute, dann kommt meist zurück "Joa läuft halt. Ich versuche jeden Tag irgendwie zu überstehen. Planen kann man ja nicht viel gerade" und gern noch hintendran...auch von mir eine neue Floskel geworden..."Ich warte eigentlich nur auf den Tag, an dem ich zwei Striche sehe. Dann haben wir das wenigstens erstmal hinter uns" Wir haben als Familie wirklich alles gegeben. Wir Erwachsenen sind zweifach geimpft, haben uns boostern lassen, waren strikt im Lockdown, haben uns an alles gehalten, weil wir es auch für sinnvoll empfunden haben. Die letzte Herausforderung war jetzt noch die Impfung der Kinder, was mich wirklich sehr viel Kraft gekostet hat...aber auch sie sollten Schutz bekommen. Gerade jetzt wo die Ausbreitung nicht mehr in "meiner" Macht liegt. Die Schulen sind normal auf, die Kindergärten auch, gibt es einen oder mehrere positive Fälle muss nur täglich getestet werden, aber weiter geht die gute Fahrt. Da alle Arbeitskräfte gebraucht werden, darf man sogar als positiv getestete Person ohne Symptome arbeiten gehen...häh? Ja! häh? Keine Ahnung. Ich will mich da jetzt auch nicht politisch irgendwie äußern, aber ich verstehe momentan nur Bahnhof. Daher fühlt man sich auch wie im Standgas. Ich habe mich noch nie so verloren gefühlt, obwohl wir alle das gleiche Schicksal teilen.

 

Spoileralarm: du tust es für dich

2022 soll wieder positiver für mich werden. Okay, jetzt muss ich gestehen...Positiv ist das neue negativ oder? Es schreit jedes mal aus mir heraus, wenn mir jemand sein Herz ausschüttet, "Wir müssen halt einfach positiv bleiben" und innerlich lache ich mir dann ins Fäustchen. Ich weiß, ganz flacher Witz, aber wie war das mit dem Humor? Der hält mich am Leben! Okay zurück...2022 startete und es wurde sehr positiv, aber leider wieder nur die coronapositiven Fallzahlen. Die Zahl der Infizierten stieg plötzlich ins Unermessliche und was passierte? Richtig...NIX! Alles sollte halt weiterlaufen...Gut, dann lauf ich halt auch weiter. Ich wollte ja positiv sein...also im Herzen, nicht auf dem Test...2022 soll zu meinem Jahr werden. Das Jahr der Veränderungen und nicht der Lethargie.

Ich habe zunächst für mich persönlich eine Bedarfsanalyse gemacht...ich weiß, das hört sich jetzt sehr seltsam an...aber ich erkläre dir warum. Ich habe mir ernsthaft überlegt:

  • was wollte ich vor der Pandemie?
  • will ich das immer noch?
  • was habe ich die ganze Zeit aufgeschoben?
  • ist mir das überhaupt noch was wert?
  • hab ich vielleicht neue Wünsche?
  • will ich so weitermachen?
  • was bringt mich weiter?

Ziele sind ja nicht so meins, damit tue ich mich relativ schwer. Ich setze mir immer kleine Etappen und so habe ich mir schon große Ziele definiert, aber ohne zeitliches Limit. Man muss ja schon wissen wo man hin möchte und wofür man etwas tut, aber zeitlich begrenzt hat mich noch nie angespornt. Es frustriert mich dann doppelt und dreifach, wenn es nicht in dem Zeitlimit geklappt hat. Manchmal kommt halt einfach das Leben dazwischen oder halt auch eine Pandemie. Meine Etappen versehe ich allerdings doch mit zeitlichen Rahmen, aber mit einem kleinen Spielraum. So motiviere ich mich diese Etappe zum ersten Zeitpunkt zu erreichen und nicht erst auf den letzten Drücker. Das muss natürlich jeder für sich selber herausfinden, aber für mich ist das ein sehr gutes Verfahren. Ich trickse mich quasi selber aus! So sind meine großen Ziele:

  • endlich wieder höchstens 80 kg wiegen
  • endlich wieder Kondition bekommen, dass ich
  • endlich wieder Fitnesskurse geben kann
  • meinen HP Psychotherapie abzuschließen

Das sind alles Ziele, die ich nochmal in die jeweiligen Etappen unterteilt habe. 

  • bei der Gewichtsabnahme habe ich mir eine regelmäßige Abnahme (egal wieviel) zu jedem Workshop mittwochs gesetzt (Ja ich bin wieder bei WeightWatchers eingestiegen)
  • bei der Kondition trainiere ich jeden zweiten Tag und so schaffe ich jede Woche 5 min mehr auf dem Crosstrainer
  • bei den Kursen habt ihr mich erwischt. Das ist auch ein Grund, weshalb ich aufgehört habe. Irgendwann war ich einfach nicht mehr fit genug um den Müttern etwas vorzuturnen. Ich gestehe. Aber ich werde zurück kommen!
  • bei dem Fernstudium sind die Lehrbücher und die Tests dazu meine Etappen. 

Ihr könnt übrigens auch ganz einfach Dinge miteinander verbinden. So lerne ich immer auf dem Crosstrainer. Die Vorteile davon sind: ich schaue nicht ständig auf die Zeit, ich bin abgelenkt, ich denke nicht über den Alltag nach und ich kann mich voll und ganz auf den Text konzentrieren.

 

Und jetzt seid ihr gefragt...

Wie ist denn bei euch der Plan für 2022? Habt ihr einen oder macht ihr einfach immer weiter? Habt ihr aufgeschobene Dinge? Plant ihr groß?

Lasst mich einfach mal an euren Gedanken und Wünschen teilhaben. 

Gern auch im persönlichen Austausch. Keine Angst, ich möchte damit kein Geld verdienen oder dein persönlicher Lifecoach werden. Ich weiß jedoch wie schwer es manchmal ist, sich sogar dem eigenen Partner, der besten Freundin oder der Familie zu öffnen. Da ist so eine außenstehende Person oft ganz angenehm, um einfach mal alle Gedanken ungefiltert und ohne Wertung rauszulassen.

 

 

Wie hieß es die letzte Zeit doch so schön?

Gemeinsam schaffen wir das!