· 

Eine schwere Zeit...

Eine schwere Zeit...

...liegt schon hinter uns und eine unbekannte Zeitspanne liegt noch vor uns.

Aktuell ist der Aufschrei groß und alle appellieren an die Politiker...lasst unsere Kinder wieder in die Kindergärten und Schulen. Die Zahlen der misshandelten Kinder steigen und da sprechen wir nur über die bekannten Fälle. Ihr wisst alle, die Dunkelziffer ist noch viel höher. 

Frauen, die kurz vor einem Nervenzusammenbruch stehen, nur noch weinen, in eine Art Alkoholsucht verfallen oder keine Grenzen mehr beim essen haben. All das beschäftigt mich sehr und macht sehr viel mit mir.

 

Doch gehen wir nochmal kurz zurück...

2020...die Pandemie beginnt

Ich höre mich selber noch bis Ende 2020 aus dieser "Entschleunigungsblase" blubbern. Was haben wir es doch genossen einfach mal nichts machen zu müssen. Die Zeit als Familie genießen, mal hier ein wenig Yoga, da ein wenig Pilates, ein nettes Paket aus dem Kindergarten, ein wenig klatschen auf dem Balkon, Zeit im Wald genießen, Spiele spielen, kein Zeitdruck. Ach was war das angenehm. Beim Spazierengehen konnte man überall Regenbögen sehen, da die Kinder alle zusammen gehalten haben. Wir haben alle zusammen gehalten. Einmal Arschbacken zusammen kneifen und dann schaffen wir das hier ganz schnell durch. Zwischendurch konnte man sogar nochmal in Urlaub, die Kinder durften mal wieder in ihre Einrichtungen und sogar Freunde treffen. So schlimm kann das ja nicht mehr sein oder?

2021...und es geht weiter

Nun sind wir mittlerweile ein Jahr weiter und gefühlt noch kein bisschen schlauer. Im Gegenteil...wir haben uns über die Zeit einen Lieblingsvirologen gesucht, uns auf diese Seite geschlagen und vertrauen ihm/ihr. Politiker sind uns fast näher als unsere Freunde und wir fiebern jeder Pressekonferenz entgegen. Komische Welt oder? 

Sämtliche Streamingportale haben wir schon durchgeschaut, die Medienzeit unserer Kinder ist enorm angestiegen, wir haben alles auf Pinterest nachgebastelt und der Paketbote gehört schon fast zum eigenen Haushalt. 

Das ist natürlich alles übertrieben und überspitzt dargestellt, aber ihr versteht mich hoffentlich.

 

Doch soll ich euch was verraten?

Das sind alles Probleme, die keine Probleme sind. Es sind Probleme von uns überprivilegierten Menschen und ja, da zähle ich uns als Familie auch dazu.

Die Jammerschicht

So nenne ich das mittlerweile. Was höre ich denn so den ganzen Tag von Bekannten und Freunden, was lese und sehe ich in den sozialen Netzwerken und was wird in TV Berichten gezeigt...Probleme der Jammerschicht. Ja nochmal, auch ich zähle mich dazu.

Wir jammern über die Vereinbarkeit von Homeschooling und Homeoffice...während wir da sitzen mit unseren unzähligen Endgeräten, jeder in seinem Zimmer, mit Headset und lauschen den unzähligen Meetings die uns soooo nerven und Zeit kosten. Wir machen Witze darüber, dass wir keine Anzüge tragen müssen sondern in der Jogginghose da sitzen können. Die Kinder sind mit Aufgaben beschäftigt und damit müssen wir uns nebenher auch noch beschäftigen. Zeit für mich ist da nicht  mehr drin. Ganz schön anstrengend oder?

Wir können unsere Kinder nicht bei Oma und Opa abgeben und unsere Nachmittagsentspannung auf dem Spielplatz ist auch rum. Kein Plausch mit den Freundinnen während die Kinder spielen. Alle Freizeitaktivitäten bei denen wir die Kinder abgeben konnten, fallen weg. Abends setzen wir uns dann vollkommen fertig mit einem Glas Wein oder einem Bier vor den Fernseher und schauen uns die neusten Zahlen an. Inzidenz, R-Wert, Biontech, mrna, FFP2, Mund-Nasen-Schutz...alles Wörter die wir bis daher gar nicht kannten. Im Hintergrund bekommen wir unser Gehalt überwiesen.

Ganz schön hartes Leben zur Zeit oder?

Die andere Seite

Was wir dabei in unseren Eigentumswohnungen und Häusern vergessen ist...es gibt auch die anderen Probleme oder eher gesagt...die richtigen Probleme.

Es gibt genug Familien, die gar nicht diese Möglichkeiten hatten und haben. Es gibt leider auch genug Familien, die keinen Zugang zu Resilienz, Achtsamkeit, Yoga und Pilates haben. Genug Väter und Mütter, die keinen Job haben oder akute Existenzängste, da sie selbstständig sind. Alleinerziehende ganz zu schweigen.

Diese Familien leiden tagtäglich und sind einem enormen Druck ausgesetzt. Und dann gibt es noch die Problemfamilien in denen schon ohne Pandemie enorme Missstände waren. In diesen Familien leben auch Kinder. Kinder die nun gar kein Ventil mehr haben und nun noch mehr als Ventil für ihre Eltern gelten. Familien in denen Gewalt und Misshandlung stattfinden. Aktuelle Zahlen zu Missbrauch und Misshandlung sind sehr erschreckend und nachweislich durch die Pandemie explodiert. Hilfetelefone laufen heiß und der Bedarf nach psychologischer und psychotherapeutischer Unterstützung ist extrem.

Doch auch das sind wieder nur die Fälle, die sich überhaupt melden können. Was ist mit den vielen Kindergartenkindern in den Altersklassen die eben noch nicht lesen können, nicht irgendwo anrufen können, sich nicht bei einer pädagogischen Fachkraft öffnen können? Was ist mit Frauen, die unterdrückt und misshandelt werden. Die nun rund um die Uhr mit ihrem Partner eingeschlossen sind? Das ist die Dunkelziffer!

Was hat das mit mir zutun?

Das hat sehr viel mit mir zutun. Ich gehöre zu der Jammerschicht, aber es hätte auch ganz anders kommen können. Ich hatte eine wunderschöne Kindheit, aber ab dem Moment in dem ich das Nest verlassen hatte geriet ich in schlimme Zeiten. Ich werde es nicht weiter ausführen, aber es hat mich mitunter zu dem gemacht was ich jetzt bin. Kurze Zeit habe ich mich dann verloren in meinem Denken, weil ich mich dem Flow der neuen Mamageneration hingegeben habe. Das soll absolut nicht abwertend sein oder überheblich was nun kommt, aber ich bin einfach nicht der Mensch dafür und das kann ich mir jetzt zugestehen.

Die letzten 3 Jahre habe ich damit verbracht mich weiterzubilden, habe mich in ein ganz neues Gebiet begeben und mich mit Sport und dem Mamasein beschäftigt. Ich habe mich durchgekämpft und durchgebissen, Werbung gemacht und war auf Veranstaltungen. Mit dem Ergebnis, dass ich in Kursen saß, mit Tipps und Tricks, Entwicklungstafeln, Spielanregungen, Kniereitern und Liedern jongliert habe und dabei in die Gesichter der Jammerschicht Mamas geguckt habe. Diese Frauen waren über sämtliche Ratgeber und Bücher über Erziehung so gefüllt mit Informationen, dass ich mir immer vor kam wie eine Pflichtveranstaltung zu der man halt seine 6 Termine geht. Nur selten gab es Rückmeldung, wenig Dankbarkeit. Natürlich waren auch sehr viele dabei, die das Gespräch danach gesucht haben oder auch jetzt noch an meiner Seite sind und sich immer mal wieder melden. Vielen Dank dafür!

Doch genau das wollte ich doch bewirken. Ich wollte helfen, unterstützen und beistehen. Nicht nur ein Termin in der Agenda sein, weil man ja irgendeinen Kurs mit seinem Kind besuchen sollte...gehört ja so dazu oder?

 

So habe ich mich im August dazu entschieden die Kursarbeit aufzugeben und mich komplett umzuorientieren. Ich meldete mich zu einem Fernstudium zum Heilpraktiker Psychotherapie an. Zuerst wollte ich mich damit auf die Arbeit mit Müttern und deren Wohlbefinden konzentrieren, aber dann würde ich wieder nur mit den "Ja hab ich schon gelesen" Mamas arbeiten. Durch Zufall hat sich mir eine ganz andere Welt geöffnet und nun möchte ich mich um die wirklichen Probleme kümmern. Ich möchte aus Erfahrung und Fachwissen schöpfen und einfach helfen. Kindern Kraft und Stärke geben, Frauen zu unterstützen, damit sie ihren Kindern zur Seite stehen können. 

Dazu habe ich schon einige Projekte im Kopf über die ich nach und nach informieren werde. 

Einige Kurse und Workshops werde ich bei Zeiten wieder anbieten, aber in anderer Form.

Ihr sollt damit einfach nur wissen:

Solltet ihr in irgendeiner Art Probleme oder Ängste haben, in einer schwierigen Situation sein, nicht wissen an wen ihr euch wendet sollt oder einfach jemand zum Reden oder Druck ablassen braucht...dann meldet euch bei mir. Ich leite euch dann entweder an die zuständige Stelle weiter oder wir telefonieren eine Runde und ich höre dir zu und versuche zu helfen.